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Stipendienreform 2021 – mehr ChancenUNgleichheit statt Förderung

  • Autorenbild: neitah müller
    neitah müller
  • 7. Jan.
  • 1 Min. Lesezeit

2021 wurde die kantonale Stipendienreform umgesetzt. Über ein Jahr lang führte dies zu Überlastung des Systems, massiven Verzögerungen bei Gesuchen, Entscheidungen und Auszahlungen. Viele Studierende gerieten dadurch in finanzielle Not.


Ziel der Reform war die stärkere Vergabe von Stipendien. Fakt ist:


  • Ab 25 Jahren sinkt die finanzielle Unterstützung

  • Ab 35 Jahren gibt es nur noch Darlehen

  • Ausbildungszulagen richten sich neu nach Alter, sprich, nur lineare Lebensläufe werden unterstützt


Besonders fragwürdig ist, dass Kinder der Studierenden als Teiler in den Bedarf einbezogen werden. Beispiel: Eine Person mit drei minderjährigen Kindern erhält nur ein Drittel des existenziellen Grundbetrags – obwohl Kinder Kosten verursachen, keinen Beitrag leisten und früher pauschal berücksichtigt wurden. Das widerspricht dem Ziel eines Stipendiums, nämlich Menschen mit geringem Einkommen die Ausbildung zu ermöglichen.


Folgen der Reform:

  • Familien: Eltern verlieren Chancen zur Umschulung oder Weiterbildung

  • Frauen: Übernehmen meist noch Kinderbetreuung – berufliche Entwicklung wird erschwert

  • Menschen ab 25/35 Jahren: Chancen auf Ausbildung oder berufliche Neuorientierung werden stark eingeschränkt


Die Reform passt nicht zu den Anforderungen des heutigen Arbeitsmarktes, verschlechtert Chancengleichheit und verhindert lebenslanges Lernen. Dies ist ein Ziel, zu dem sich die Schweiz laut UN-Nachhaltigkeitszielen verpflichtet hat. Auch ab 25 oder nach einer Ausbildung sollte Bildung weiterhin möglich sein, unabhängig vom Einkommen.


Statt Chancen zu schaffen, führte die Reform zu neuer Ungleichheit – für Familien, Frauen und alle, die später neu starten wollen.


Ich finde, das kann so nicht stehen gelassen und muss neu angegangen werden.


Quellen

 
 
 

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